Eine Konferenz wird erst durch ihre Referentinnen und Referenten zu dem, was sie ausmacht. Wir sind stolz auf die Menschen, die wir für diesen Part gewinnen konnten. Hier im digina-Blog stellen wir sie vor. Heute Dr. Anne Klammt vom Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, mainzed:

Beitragsbild: Anne Klammt
Beitragsbild: Anne Klammt (Fotos privat, Bildbearbeitung durch das digina-Redaktionsteam)
In einem Satz: Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin die Geschäftsführerin eines Kompetenznetzwerks in Mainz, das Forscherinnen und Forschern unterschiedlicher Disziplinen dabei unterstützt, digital Fragen und Objekte der Geistes- und Kulturwissenschaften zu untersuchen.

Welche Rolle spielt digitaler Nachlass in Ihrer Arbeit?

Die Frage des digitalen Nachlasses spielt für meine Arbeit auf zwei Ebenen eine Rolle. Zum einen habe ich als Wissenschaftlerin vermehrt damit zu tun, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre gesamte Forschung digital durchführen, und entsprechend ihr Nachlass *born digital* ist. Was früher als Briefwechsel zwischen Gelehrten im wissenschaftlichen Archiv aufgenommen wurde, ist heute über Festplatten, USB-Sticks, verschiedene Mail-Accounts und Weiteres verstreut.

Fassen wir den Begriff des digitalen Nachlasses weiter, nämlich als Weitergabe von Kontextwissen und Wertvorstellungen, dann komme ich als weiteren Aufgabenbereich zum digitalen kulturellen Erbe. Wie kann genuin digitales kulturelles Erbe (etwa die Tweets während des arabischen Frühlings) oder auch digitalisiertes kulturelles Erbe (z.B. digitale 3D-Modelle inzwischen für immer zerstörter Denkmäler in Palmyra, Syrien) für die kommenden Generationen erhalten werden? Hierbei geht es nicht allein um die technische Erhaltung der Dateien, sondern auch darum, die Information darüber zu erhalten und auffindbar zu machen, worum es geht. Nur wenn die Tweets als Teil der politischen Vorgänge erkennbar sind, wenn die Messdaten als digitale Repräsentation eines Monuments verständlich sind, wird die „Information“ und nicht nur die Datei aufbewahrt. […]

Worüber sprechen Sie auf der digina?

Auf der digina werde ich über Zukunftsperspektiven und konkrete Herausforderungen bei der Bewahrung des digitalen kulturellen Erbes sprechen. Es wird um rechtliche Fragen gehen: Wer bestimmt eigentlich darüber, welche Gemälde und Skulpturen in der Wikipedia abgebildet werden? Aber ich möchte auch fragen: Ist das Internet ewig und wird das kulturelle Erbe im Netz für immer zugänglich sein? Wie kommen wir von der derzeitigen Informationssammlung im Netz zu einer digitalen Repräsentation unseres kulturellen Wissens – wie wird also gewissermaßen aus einer „dummen“ Dokumentenablage ein echter Nachlass, der nachfolgenden Generationen Auskunft über unsere Gedanken und Ideen gibt?

Das komplette Interview finden Sie hier im Infoportal digital-danach.de.

 

Dr. Anne Klammt spricht auf der digina am 16.11.2017 über folgendes Thema:
Archivieren und Erhalten: Unser kulturelles Erbe

> Hier geht’s zum Programm der Konferenz zum digitalen Nachlass

> Hier geht’s zu Dr. Anne Klammts Speakerprofil

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