Eine Konferenz wird erst durch ihre Referentinnen und Referenten zu dem, was sie ausmacht. Wir sind stolz auf die Menschen, die wir für diesen Part gewinnen konnten. Hier im digina-Blog stellen wir sie vor. Heute: Christiane Warnke

Beitragsbild: Christiane Warnke (Foto: Anja Jost, sweetpictures, Bildbearbeitung durch das digina-Redaktionsteam)
Beitragsbild: Christiane Warnke (Foto: Anja Jost, sweetpictures, Bildbearbeitung durch das digina-Redaktionsteam)
In einem Satz: Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Anwältin, Dozentin und Kolumnistin. Mein Berufsstart direkt nach dem zweiten Staatsexamen im Jahr 1991 war in einer Münchner Kanzlei, seit 1995 betreibe ich meine eigene Kanzlei mit derzeit 5 Mitarbeiterinnen. Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist das Familien- und Erbrecht sowie Vertragsrecht. Dazu gehört z.B. die Erstellung von Ehe- und Erbverträgen.

Was verstehen Sie persönlich unter dem Schlagwort digitaler Nachlass?

Für mich bedeutet digitaler Nachlass der „Fußabdruck“, den jeder Mensch freiwillig oder unfreiwillig im Netz hinterlässt. Dabei geht es nicht nur um die Frage der Abwicklung nach dem Tod eines Menschen sondern auch zu Lebzeiten; z.B. hinsichtlich der Entfernung unerwünschter Inhalte.

Spielt digitaler Nachlass bei Ihrer Arbeit eine Rolle?

Ja, mittlerweile eine sehr große Rolle! Bei der Beauftragung zur Erstellung eines Testamentes oder Erbvertrages berate ich die Mandanten grundsätzlich auch zu diesem Thema. Leider werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Einzelnen noch viel zu wenig erkannt; insbesondere natürlich im Todesfall.

Haben Sie schon eine Situation erlebt, in der es um Ihr digitales Leben und die Frage ging, was danach passiert? Oder kennen Sie einen Fall aus Ihrer Arbeit, der Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis?

Ich „nerve“ alle Bekannten, Freunde und natürlich die Familie damit, einen so genannten „Katastrophen-Ordner“ anzulegen – und zwar ganz klassisch, in Papierform. Hierin sollte verzeichnet sein, bei welchen sozialen Netzwerken, Online-Shops, etc. man im Netz angemeldet ist. Und natürlich die jeweiligen Passwörter hinterlegt werden. Wichtig ist auch, diese Eintragungen regelmäßig zu aktualisieren für den Fall der Fälle.

In der Praxis mehren sich die Fälle, in denen verzweifelte Eltern nach dem plötzlichen Tod ihrer Kinder nicht wissen, wie sie mit dem digitalen Erbe der Kinder umgehen sollen/können. Für Eltern ist es furchtbar zu erleben, das ihr Kind im Netz quasi weiterlebt. Mein Anliegen ist es, das Bewusstsein dafür zu wecken, auch diesbezüglich Vorsorge zu betreiben.

Christiane Warnke wird auf der digina am 16.11.2017 über folgendes Thema sprechen:
Digitaler Nachlass als Familienthema. Betroffene und Vorsorgende erzählen 

> Hier geht’s zum Programm der Konferenz zum digitalen Nachlass

> Hier geht’s zu Christiane Warnkes Speakerprofil

 

Beitragsbild: Christiane Warnke (Foto: Anja Jost, sweetpictures, Bildbearbeitung durch das digina-Redaktionsteam)

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